Unzufriedene Online-Shopper

Nach einer Studie der Fachhochschule Düsseldorf findet jeder dritte Surfer im Internet nicht die gewünschten Informationen. Als Ursache wird die mangelnde Attraktivität vieler Seiten und eine damit verbundene kurze Verweildauer angeführt. (W&V vom 26.07.2000) Die Online-Umfrage des Computer-Magazins "PC-Welt" kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach ist das Einkaufen im Web selbst bei Surfern nicht sehr beliebt. Von 1.100 befragten Internet-Nutzern gab mehr als die Hälfte die unübersichtlichen Websites der Anbieter als störend an. 48 Prozent der Online-Shopper bemängeln das magere Angebot der Shops und 47 Prozent beklagen sich über zu hohe Preise. (Quelle: W&V vom 27.07.2000) Laut der neuesten GfK-Studie kann sich diese Situation jedoch durch die richtige Vermarktung der Produkte und abgesicherte Zahlungsmodalitäten verbessern. Sobald sich die Vermarkter auf die neue Vermarktungssituation und andere Form der Produktanpreisung eingestellt haben, dürfte dem Erfolg kaum noch etwas im Wege stehen. (Quelle: PP Active News vom 24.07.2000) Nach Meinung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wird die Zahl der Internet-Nutzer in diesem Jahr trotzdem um 30 Prozent ansteigen. Die Qualitätsmängel des Netzes könnten aber den weiteren Erfolg der Wirtschaft und Werbung im Internet gefährden.

 

Erwarteter Umsatzanteil von E-Business 2000

Angaben in Prozent - Frage: Wieviel Prozent Ihres Umsatzes erwarten Sie 2000 mittels E-Business zu realisieren?

nahezu 0%

===================

37

unter 2%

=====

9

2 bis unter 5%

=====

10

5 bis unter 10%

=========

18

10 bis unter 25%

========

17

25 bis unter 50%

===

5

50 bis unter 75%

=

2

75% und mehr

=

2

Quelle: TechConsult - E-Business im bundesdeutschen Mittelstand 1999

Aufgrund seiner technischen Möglichkeiten, dem Bedürfnis der Kunden nach Individualisierung, Aktualität, permanenter Erreichbarkeit und einem umfassenden Produkt- und Dienstleistungsangebot besitzt das Internet gerade im Bereich des Online-Shoppings eine große Bedeutung. Der deutsche Internet-Markt erzielte 1999 einen Umsatz von 5 Milliarden DM. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Dreifache. Auch für die Zukunft werden für den deutschen E-Commerce-Markt steigende Umsätze prognostiziert. Laut Forrester Research kann im Jahre 2004 in Deutschland mit einem E-Commerce-Umsatz von 406 Milliarden Euro gerechnet werden. Aber die Mehrheit der Händler und Hersteller von Produkten und Dienstleistungen hat noch keine Pläne, ihre Produkte über das Internet anzubieten. So werden für das zögerliche Verhalten vom Mittelstand die Ungeeignetheit der Produkte für den Verkauf im Internet u.a. als Grund genannt (DG Bank "Mittelstand im Mittelpunkt"). Ferner werden keine signifikanten Vorteile aus einer Internetpräsenz gesehen. Darüber hinaus sind Kriterien der Sicherheit, der Realisierbarkeit und der langfristigen Sicherheit von Electronic Commerce Investitionen gewichtige Bedenken der mittelständischen Unternehmen sich zu engagieren (TechConsult nach Marktbarometer ECIN).

 

Erfolgsfaktoren für Online-Shopping Erfolgsfaktor Website

Funktionalität und schnelle Ladezeiten sollten bei der Gestaltung einer Website an erster Stelle stehen. Eine schnelle und problemlose Orientierung im Online-Shop muss gewährleistet sein, um potenzielle Kunden gewinnen zu können. Bei den Nutzern wurde deutlich, dass die Übersichtlichkeit einer Website wichtiger erscheint als die kreative Gestaltung. Außerdem gehören eine leistungsfähige Suchfunktionen nach Produktgattungen und Produkten als wichtiger Navigationsbestandteil zu einer Online-Shop-Website - besonders gilt dies für Shops mit sehr breiten oder tiefen Produktsortimenten.

Erfolgsfaktor Produktangebot
Online-Shopper erwarten bei ihrem Einkauf finanzielle Gratifikation. Günstige Preise oder besondere "Schnäppchen" können für Online-Shops erfolgssteigernde Faktoren sein. Um die Unsicherheiten während der Kaufentscheidung in Online-Shops zu verringern, müssen die Produkte für potenzielle Käufer erlebbar werden: detaillierter Produkt-Informationen und realistischer Abbildungen der Produkte helfen dem Online-Shopper, sich einen genauen Eindruck von dem angebotenen Produkt zu machen.

Erfolgsfaktor Bestellvorgang
Gerade Shops ohne Offline-Präsenz müssen in hohem Maße das Vertrauen der Online-Shopper erst gewinnen, aber auch bekannte Anbieter aus dem traditionellen Handel müssen oft ihr Online-Know-how unter Beweis stellen. Im Bereich des Bestellvorganges bieten sich den Betreibern von Online-Shops diverse Möglichkeiten, die Hemmschwellen der Nutzer abzumildern. Die potenziellen Käufer sollten die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsformen treffen können und nicht auf eine Zahlungsform festgelegt werden. Im Anschluss an die Bestellung sollte der Shopper eine Auftragsbestätigung mit dem voraussichtlichen Liefertermin per eMail erhalten. Einen Mehrwert für die Online-Shopper stellt auch die Möglichkeit dar, den Bestellstatus selbst online überprüfen zu können. Sowohl im Bereich Auftragsbestätigung als auch beim Bestellstatus-Abruf hat der Gesetzgeber den Wünschen Rechnung getragen: ab dem 1.1.2002 wird dieses durch die eCommerce-Richtlinie vorgeschrieben. Datenschutzmaßnahmen sind ein weiterer wichtiger vertrauensbildender Faktor des eCommerce. Dem Nutzer muss erläutert werden, was mit seinen persönlichen Daten passiert und in welcher Form sie vor dem Zugriff durch Unbefugte geschützt werden.

Basisanforderungen an Online-Shops
Angaben in % für "sehr wichtig" oder "wichtig"


Zuverlässigkeit der Lieferung

96,1%

Kostengünstige Lieferung

95,3%

Übersichtlichkeit der Website

93,8%

Haftung für verlorene/ beschädigte Sendungen

93,3%

Auswahl verschiedener Zahlungsmöglichkeiten

93,3%

Keine zusätzlichen Liefergebühren

92,8%

Suchfunktion nach Produkten

92,8%

Günstige Preise

92,7%

Pünktklichkeit der Lieferung

92,1%

Schnelle Ladezeit der Website

91,6%

Quelle: "eCommerce Facts 3.0", Deutsche Post World Net, 2001

Erfolgsfaktor Lieferung

Der professionelle Lieferservice ist ein bedeutender Aspekt. Es wird erwartet, dass die Waren zuverlässig, pünktlich und kostengünstig von einem seriösen Lieferanten überbracht werden. Für schwer zu Hause erreichbare Kunden sind wählbare Liefertermine oder auch Abholstationen in der Nähe ein wichtiger Serviceaspekt.

Erfolgsfaktor Rückgabemöglichkeit

Die Rückgabemöglichkeit von online bestellter Ware sollte, wie auch die Online-Bestellung, den Convenience- Anforderungen der Shopper entgegenkommen. Entspricht die Ware nicht den Vorstellungen, muss eine Rückgabemöglichkeit innerhalb einer bestimmten Frist gewährleistet sein. Der Vorgang der Rückgabe sollte auch unterhalb eines Bestellwertes von 40 Euro kostenfrei und möglichst bequem gestaltet sein, eventuelle Fragen kompetent durch Servicemitarbeiter beantwortet werden.
Alle aufgeführten Erfolgsfaktoren steigern nicht nur das Neugeschäft, sie sind gleichzeitig Faktoren langfristiger Kundenbindung, denn positive Einkaufserfahrung ist häufig der Auslöser für einen erneuten Besuch des entsprechenden Shops.

 

B2B - eBusiness im deutschen Mittelstand

Der deutsche Mittelstand geht online. Schon die Hälfte der kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs) verfügen über eine eigene Homepage, knapp jedes zehnte KMU sogar über eine Webpräsenz mit Bestellfunktion. Nur noch vier v.Hd. KMUs verfügen über keinerlei Anbindung ans Web. Die beiden Hauptgründe für die mittelständische Internetnutzung sind die Firmendarstellung und die eMail-Nutzung - sie werden inzwischen einhellig von allen KMUs als Nutzungszwecke angegeben. Interessant ist hier der Zeitvergleich zwischen 2001 und 2000. Denn noch im Jahr 2000 war eMail den KMUs wichtiger als die Firmendarstellung. Doch binnen Jahresfrist stieg der Anteil der KMUs, die die Firmendarstellung als Nutzungsgrund angeben, von 79 auf 100 Prozent. Die KMUs nutzen das Internet also stärker denn je auch zur Kommunikation mit Endkunden. Das zeigt sich auch daran, dass der Online-Verkauf nun von sechs von zehn KMUs als Nutzungszweck angegeben wird. In 2000 waren es erst vier von zehn. Noch wichtiger ist den KMUs aber nach wie vor die Online-Beschaffung, die sieben von zehn als Nutzungszweck angeben, sowie für gut acht von zehn Info-Recherche und Kommunikation (siehe auch "E-Business im Mittelstand", TechConsult GmbH, 2000/2001).

Für effiziente berufliche Kommunikationszwecke ist das Internet sehr gut geeignet, denn unter den beruflichen Nutzern finden sich erfreulich viele Entscheidungsträger: Drei von zehn beruflichen Internet-Nutzern fällen Entscheidungen alleine, ein gutes Drittel entscheidet im Gremium, ein Viertel bereitet Entscheidungen vor - lediglich knapp einer von zehn kann keine eigenen Entscheidungen treffen. Und mehr als vier von zehn beruflichen Internet-Nutzern arbeiten im Bereich der Geschäftsführung (ComCult Research 2000).

Unterscheidet man die KMUs nach der Anzahl ihrer Mitarbeiter, so zeigt sich erwartungsgemäß, dass mit steigender Unternehmensgröße auch eher Internetaktivitäten realisiert werden. Während sich beispielsweise drei Viertel der Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten bereits im Web präsentieren, so sind es von den kleinen Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern erst ein Drittel. Im B2C-Bereich fallen die Unterschiede etwas geringer aus: Neun v.Hd. kleinen vs. 18 v.Hd. großen Mittelständlern betreiben bereits Endkunden-eCommerce. Etwas größer wiederum sind die Unterschiede bei B2B und Kundenpflege via Internet - nur jedes zehnte kleine aber schon jedes dritte große KMU ist in diesen IT-Bereichen aktiv (eBusiness-Umfrage des DIHT und der MediaMit).

Warum steigen KMUs ins eBusiness ein? Immer wichtiger werden hier der Wettbewerbsdruck sowie Mitarbeiterforderungen. Beide Einstiegsgründe haben von 1999 bis 2001 sehr deutlich an Zustimmung gewonnen - von 22 auf 52 bzw. von 10 auf 40 Prozent. Auch Kundenforderungen wurden wichtiger. 1999 wurden sie erst von der Hälfte der KMUs als Einstiegsgrund genannt, 2001 schon von zwei Dritteln. Dieser wachsende Druck von Wettbewerbern, Kunden und Mitarbeitern sorgt nun dafür, dass 92 Prozent der KMUs die neuen Wettbewerbschancen des eBusiness nutzen wollen - während noch 1999 und 2000 erst drei Viertel diese Wettbewerbschancen für sich erkannt hatten ("E-Business im Mittelstand", TechConsult GmbH, 2001).

Konkreter Nutzen von eBusiness
Angaben in % für das Jahr 2001

Stabilisierung der Umsatzes

69%

Kürzere Lieferzeiten

58%

Umsatzsteigerung

54%

Kostengünstigere Zahlungsabwicklung

45%

Stabilisierung der Vertriebskosten

37%

Stabilisierung der Lagerkosten

24%

Quelle: "E-Business im Mittelstand", TechConsult GmbH, 2001

Aufschlussreiche Veränderungen haben sich auch bei den Erwartungen an den konkreten Nutzen des eBusiness ergeben. 1999 erhofften sieben von zehn KMUs Umsatzsteigerung, während sich nun in 2001 ebenso viele eine Stabilisierung des Umsatzes erhoffen. Hier hat sich ein deutlicher Wandel vollzogen, denn auf Umsatzsteigerungen hofft heute nur noch die Hälfte der KMUs, während die Stabilisierung des Umsatzes 1999 nur für jedes fünfte Unternehmen einen erhofften Nutzen darstellte. Also eine deutliche Ernüchterung in der Hitliste der Nutzen-Hoffnungen: Stabilisierung statt Steigerung des Umsatzes. Immer wichtiger wurden über die letzten Jahre auch Stabilisierungen der Vertriebs- und Lagerkosten, kostengünstigere Zahlungsabwicklungen und vor allem kürzere Lieferzeiten (siehe "E-Business im Mittelstand", TechConsult GmbH, 2001).

Aufschlussreiche Veränderungen haben sich auch bei den Erwartungen an den konkreten Nutzen des eBusiness ergeben. 1999 erhofften sieben von zehn KMUs Umsatzsteigerung, während sich nun in 2001 ebenso viele eine Stabilisierung des Umsatzes erhoffen. Hier hat sich ein deutlicher Wandel vollzogen, denn auf Umsatzsteigerungen hofft heute nur noch die Hälfte der KMUs, während die Stabilisierung des Umsatzes 1999 nur für jedes fünfte Unternehmen einen erhofften Nutzen darstellte. Also eine deutliche Ernüchterung in der Hitliste der Nutzen-Hoffnungen: Stabilisierung statt Steigerung des Umsatzes. Immer wichtiger wurden über die letzten Jahre auch Stabilisierungen der Vertriebs- und Lagerkosten, kostengünstigere Zahlungsabwicklungen und vor allem kürzere Lieferzeiten (siehe "E-Business im Mittelstand", TechConsult GmbH, 2001).

 

Entwicklung B2C-Shop
www.ballin-kuenstlermaterial.de


1999
Knut Ballin eröffnet seinen Online-Shop.

2000
Die wirtschaftliche Entwicklung des Onlineverkaufs übertrifft die Erwartungen. Herr Ballin entschließt sich den Katalogversand, zu gunsten des Vertriebsweges Internet einzustellen. Uber 2000 Artikel können online erstanden werden.

2001
www.ballin-kuenstlermaterial.de erreicht monatlich vierstellige Umsätze. Mehr als 10.000 Seiten des Produktkataloges werden besucht.
2002 Der Online-Shop beinhaltet bereits über 8000 Artikel. Und der Umsatz verzeichnet weiterhin ein monatliches Wachstum um 6%.


Erfolgreicher B2C-Shop
www.Ballin-kuenstlermaterial.de

Unzufriedene Online-Shopper

Erwarteter Umsatzanteil von E-Business 2000

Erfolgsfaktoren für Online-Shopping

B2B - eBusiness im deutschen Mittelstand